Warum ist ein Hochzeitsfotograf eigentlich so teuer?

Hochzeitsfotograf ist der schönste Job der Welt. Viele mögen sich jetzt denken: ja, klar! Man ist stets von glücklichen Menschen umgeben, darf auf ausgelassene Partys gehen, muss am Tag der Hochzeit nur ein paar Stunden fotografieren und wird dafür auch noch richtig fürstlich bezahlt. Aber ganz so ist es nicht.

 

Den richtigen Fotografen finden – und verstehen

Für euch ist es zunächst einmal wichtig, den richtigen Fotografen für euren großen Tag zu finden. Denn nur wenn die Chemie stimmt und ihr mit eurem Fotografen auf einer Wellenlänge seid, könnt ihr euch während der Feier und auch beim Brautpaarshooting fallen lassen und müsst euch nicht verbiegen. Das wirkt sich natürlich direkt und für euch sichtbar auf die späteren Bilder aus. Darum sollte sich der Fotograf vor der Beauftragung schon wirklich Zeit für euch nehmen. Um euch in eurer Persönlichkeit und euren Vorstellungen kennenzulernen, ist ein ausführliches Vorgespräch unabdingbar. Wenn möglich besichtigt der Fotograf vor der Hochzeit auch schon mal die Location oder er ist am Hochzeitstag selbst früher vor Ort um sich alles genau anzuschauen, denn nur so kann der Fotograf eigene, kreative Ideen entwickeln. An dieser Stelle könnt ihr vielleicht schon erahnen, dass hinter der Arbeit eines Hochzeitsfotografen mehr steckt, als seine bloße Anwesenheit am entsprechenden Termin.

 

Ein fairer Preis für euren großen Tag

Viele Paare erschrecken oder reagieren mit Unverständnis, wenn sie die Kosten für eine Hochzeitsreportage sehen. Weil sich das meiste für sie nicht sichtbar im Hintergrund abspielt, bedenken sie oft nicht, welcher Arbeits- und Zeitaufwand wirklich hinter den perfekten Bildern steckt. Zum besseren Verständnis für euch zusammengefasst wären da:

  • Die Anwesenheit bei Trauung, auf der Feier und – wenn ihr es möchtet – schon vorab. Ihr solltet nicht unterschätzen, welche Ausdruckskraft die Fotos haben, wenn eine Braut sich für ihren großen Tag fertigmacht oder wenn der Bräutigam im Kreise seiner Freunde versucht, die Nervosität in den Griff zu bekommen. Außerdem muss euer Fotograf zur Hochzeit hin und wieder nach Hause kommen. Gehen wir hier also mal von einer 10stündigen Hochzeitsreportage

  • Damit an diesem Tag alles einwandfrei läuft – und das muss es, nichts ist wiederholbar – sind besagtes Vorgespräch, der Location Check und vermutlich mehrere Telefon- und/oder E-Mail-Kontakte notwendig. Insgesamt fallen hierfür ca. 3 StundenArbeitsaufwand an.

  • Es müssen ein speziell auf euch zugeschnittenes Angebot und der entsprechende Vertrag dazu erstellt werden; ca. 1 Stunde

  • Nehmen wir mal an, die Hochzeit findet im näheren Wohnortumkreis des Fotografen statt und berechnen die An- und Abfahrt mit nur 3 Stunden. Oftmals entstehen dem Fotografen aber viel weitere Anfahrten entweder mit dem Auto oder sogar Flugzeug. Bei einer Ganztagesreportage am Samstag reist der Fotograf dann schon am Freitag an und kann erst am Sonntag zurückfahren oder fliegen. Diese „verlorene“ Zeit, in der man weder fotografieren noch richtig arbeiten kann, berechnen wir hier mal nicht mit ein.

  • Der größte Batzen kommt jedoch zum Schluss. Die Fotos – und das sind bei mehreren Stunden schon mal an die 4000 Stück und mehr – müssen von der Kamera heruntergeladen, sortiert, begutachtet, die besten ausgesucht und nachbearbeitet werden. Ein zusätzliches Backup nicht zu vergessen. Anschließend müssen die bearbeiteten Bilder auf einen USB-Stick oder eine CD geladen werden. Es wird zusätzlich eine Onlinegalerie mit Downloadfunktion für euch und eure Gäste erstellt, was trotz bester Technik eben seine Zeit braucht. Ganz davon abgesehen, dass ihr einige Exemplare sicherlich gleich als Ausdruck in den Händen halten oder per Mail zugeschickt bekommen wollt. Hierfür kann man ca. 27 Stunden Arbeitsaufwand berechnen.

 

Somit kommt man hochgerechnet bei einer 10stündigen Hochzeitsreportage auf insgesamt ca. 44 Stunden Arbeit. Nehmen wir mal an, einer guter Fotograf nimmt für seine Leistung 2.500 €, dann kommen wir auf einen Stundenlohn von ca. 57 €. Davon muss er allerdings nicht nur seinen Lebensunterhalt (Miete, Auto, Lebensmittel) bestreiten, sondern

 

  • 1 leistungsstarker Rechner zur Bildbearbeitung inkl. kalibriertem Monitor

  • 1 Laptop um unterwegs ebenfalls Fotos bearbeiten zu können

  • 1 Backup-Server

  • diverse Software zur Bildbearbeitung und Fotobucherstellung

  • Online Galerie mit Downloadfunktion

  • Marketing (Webseite, Visitenkarten, Flyer, USB Sticks) und Werbung

  • Fachliteratur, Workshops zur Weiterbildung

  • Technikversicherung, Berufshaftpflichtversicherung

  • Alters- und Krankenversicherung

  • Steuern

 

Er muss außerdem sein Equipment pflegen und auf dem neuesten Stand halten, in freie Projekte Zeit und teilweise auch Geld investieren und für die Wintermonate – in denen kaum eine Hochzeit stattfindet – vorsorgen.

 

Der kleine, aber feine Unterschied

Emotionale, ausdrucksstarke und individuelle Hochzeitsfotos – und nichts Anderes sollte der Anspruch sein – erfordern Know-how und hochwertige Technik. Und hierdurch finden sich oft die Unterschiede in der Preisgestaltung. Denn Fotografen, die nebenberuflich oder gar nur als Hobbyfotografen tätig sind, müssen nicht von ihren Einnahmen leben und halten meist auch nicht die hochwertige Technik vor, die ein professioneller Fotograf zu bieten hat.

 

Allein z. B. die Tatsache, dass in professionellen Kameras immer zwei Speicherkarten gleichzeitig für die Aufnahmen genutzt werden können, ist ein erheblicher Vorteil. Man stelle sich nur mal vor, die Speicherkarte mit den Aufnahmen der Trauung wird beschädigt und ist am Rechner nicht mehr lesbar (alles schon vorgekommen). Die Fotos sind meistens nicht mehr zu retten. Hat man jedoch auf zwei Karten parallel abgespeichert, kann so etwas nicht passieren. Professionelle Kameras kosten ab 3.000 € aufwärts und meistens nutzt man als Profifotograf immer zwei davon auf der Hochzeit mit drei bis vier verschiedenen lichtstarken Objektiven (je Objektiv zwischen 1.000 und 2.000 €) und hat eine weitere dritte Kamera als Backup-Kamera dabei, falls eine der Kameras vor Ort beschädigt wird.

 

Die Technik, gepaart mit einem geschulten, erfahrenen Auge und dem nötigen Funken Kreativität, kann wahre Wunder bewirken. Genau das ist oft das Zünglein an der Waage, wenn es darum geht, gute oder perfekte Bilder zu bekommen. Überlegt euch, ob es euch das nicht wert sein sollte . Das Einzige, was von der Hochzeit neben den Ringen (und der Kleidung, die man in der Regel nie wieder trägt) bleibt, sind die Fotos. Diese möchte man sich auch in 10 oder 20 Jahren noch anschauen und sich darüber freuen, den Tag, die Emotionen, die kleinen und großen Augenblicke erneut erleben. Diese wertvollen Augenblicke am Hochzeitstag lassen sich nicht mehr zurückholen, aber sie lassen sich in euren professionell gemachten Hochzeitsfotos festhalten – für immer und ewig.

 

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Elena Wagner

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