Warum darf Onkel Paul nicht einfach mitfeiern? – Hobbyfotograf vs. Profi

„Ach du Schreck! Wie siehst du denn auf dem Foto aus?“

 

„War dein Kleid nicht weiß?“

 

„Wieso haben wir eigentlich keine Fotos vom Sektempfang?“

 

„Schade, dass das Bild von unserem Hochzeitskuss so unscharf ist!“ 

 

Sätze, wie sie von frisch verheirateten Paaren leider viel zu oft zu hören sind. Aber damit müsst ihr rechnen, wenn ihr euch dazu entschließt, eure Hochzeitsfotos von einem Hobbyfotografen, vielleicht sogar von jemandem aus Familie oder dem Freundeskreis, machen zu lassen. 

 

Ja, Onkel Paul ist sowieso dabei und seine Urlaubsfotos mögen auch immer ganz nett anzuschauen sein, aber euer Hochzeitstag ist so viel mehr. Er ist der wichtigste und hoffentlich schönste Tag in eurem Leben und wird ohnehin viel zu schnell vorübergehen – ist es da nicht besonders wertvoll die großen Emotionen und die vielen kleinen Augenblicke, diese zauberhaften Momente, die sich niemals wiederholen lassen, in Bildern für euch und die Ewigkeit gekonnt festzuhalten? Doch dafür solltet ihr den Profi ranlassen. Denn ein professioneller Hochzeitsfotograf hat ganz andere Möglichkeiten und kann ganz anders agieren als Onkel Paul. 

 

 

Eine kleine Horrorgeschichte

 

Um eines vorab klarzustellen: Es gibt viele Semiprofessionelle und Hobbyfotografen, die wirklich talentiert sind, ein Auge fürs Detail oder ein hochwertiges Equipment haben. Doch leider können die wenigsten von ihnen mit dem „Gesamtpaket“ glänzen, wie es der Profi kann. Dazu eine kleine Geschichte: 

 

Es war einmal ein glückliches Brautpaar. Um ein wenig Geld zu sparen – Kleid, Essen und Location waren wirklich keine Schnäppchen – haben sie Onkel Paul gebeten als Hochzeitsfotograf zu fungieren. Jetzt ist Onkel Paul zwar der Lieblingsonkel der Braut, dennoch schien es beiden doch ein wenig befremdlich, wenn Onkel Paul seine Nichte beim „Anziehen“ fotografieren soll. Darum ist Onkel Paul auch ganz froh, dass seine Anwesenheit erst beim Eintreffen der Gäste vor der Kirche erwartet wird und nicht schon beim Getting Ready. Dummerweise braucht Tante Anne meist etwas länger. Dreiviertel der Gäste steht also schon vor der Kirche als Onkel Paul und Tante Anne endlich ankommen. Erst mal alle begrüßen, das ist nur höflich, aber: oh! Da kommt ja schon die Braut. Schnell besinnt sich Onkel Paul auf seinen Job und beginnt zu knipsen. Die meisten Gäste haben zwar mittlerweile ihre Plätze in der Kirche eingenommen, aber den großen Auftritt seiner Nichte hat er im Kasten. Auch während der Trauungszeremonie legt sich Onkel Paul mächtig ins Zeug. Er ist mal hier, mal da zu finden. Dumm nur, dass er beim schnellen Positionswechsel das hübsche Gesteck auf dem Altar übersieht, streift und herunterreißt. Hähä! Lächeln, schnell wieder hinstellen und so tun als wäre nichts gewesen. Zum Glück lässt die Unterbrechung das Paar mit dem Hochzeitskuss warten – Onkel Paul hält drauf – natürlich mit der Kamera auf Automatik, das herrliche „Blitzlichtgewitter“ trägt schließlich auch ungemein zu einer tollen Lichtstimmung bei.

 

Beim Sektempfang nach der Trauung gönnt sich Onkel Paul auf den Blumenschock hin erst einmal ein Gläschen und erholt sich kurz von dem doch etwas anstengenden Hin- und Herspringen während der einstündigen Trauzeremonie. Währenddessen überraschen die Kinder aus der Kindergartengruppe der Braut ihre Erzieherin mit einem kleinen Ständchen. Was für ein toller Auftritt – die Braut ist zu Tränen gerührt und strahlt bis über beide Ohren. Leider hat Onkel Paul davon nichts mitbekommen.

 

Das glückliche Paar hat sich ein kleines Shooting in dem romantischen Wäldchen hinter der Hochzeitslocation gewünscht. „Ok! Und jetzt macht mal ein paar hübsche Posen.“, dirigiert Onkel Paul. Braut und Bräutigam sind verunsichert, sie umarmen sich, Onkel Paul betätigt den Auslöser. „Etwas mehr Lächeln bitte! Man muss euch ja nicht ansehen, dass ihr gerade geheiratet habt.“, scherzt Onkel Paul. Der Bräutigam muss schmunzeln, die Braut nicht. Nach drei verschiedenen Einstellungen zieht eine dunkle Wolke vor die Sonne. Onkel Paul verkündet sie müssten eine kurze Pause machen, ohne Sonne würden die Bilder zu dunkel. Jetzt sind die drei schon eine dreiviertel Stunde drüber und die Gäste warten.

 

Shooting geschafft, die große Party kann steigen. Der Vater der Braut hält eine rührende Tischrede – er verdrückt eine Träne, Onkel Paul klatscht begeistert Applaus und stößt auf die Rede mit an anstatt die Kamera zu bedienen. Nach dem Essen steht der Hochzeitstanz auf dem Programm – doch was macht diese blöde Kamera? Irgendetwas stimmt nicht. Mal sehen, was da los sein könnte. Onkel Paul nimmt die Speicherkarte heraus und besieht sie sich. Unterdessen schwebt das Brautpaar grazil und überglücklich an ihm vorbei.

 

Seit dem großen Tag sind mittlerweile drei Monate vergangen, da schickt Onkel Paul nun endlich die CD mit den Hochzeitsfotos – er war beruflich in letzter Zeit sehr eingespannt. Voller Vorfreude starten die beiden frisch Vermählten die Diashow. Da war aber ganz schön wenig los vor der Kirche, komisch... Von der Trauung sind ein paar Bilder etwas überbelichtet, das eine oder andere etwas unscharf, leider auch die vom ersten Kuss als frisch vermähltes Ehepaar, ansonsten sind die meisten sind Bilder aber ganz ok. 

Leider ist kein einziges Foto vom Sektempfang dabei. Und die Posen beim Shooting wirken ein wenig verkrampft. Hin und wieder steht das Paar arg am Rand, die Farben sind irgendwie komisch, aber das muss wohl so sein. 

Je später der Abend, desto schräger und unschärfer die Aufnahmen. Auf einem Foto fehlt Tante Anne sogar der Kopf, aber immerhin hat Onkel Paul die Kamera wieder zum Laufen gekriegt, offenbar allerdings erst nach dem Brautpaartanz, denn davon ist nur das Ende drauf. Die tollen Bilder mit den Wunderkerzen der Gäste, die sich um das Brautpaar beim Tanz versammelt hatten, fehlen komplett. Schade eigentlich auch, dass Onkel Paul selbst auf keinem einzigen Bild zu sehen ist…

 

 

Ein Hochzeitsmärchen

 

Es war einmal ein glückliches Brautpaar, das für seinen großen Tag eine sympathische Hochzeitsfotografin gebucht hat. Vorab haben die Drei sich bereits zusammengesetzt und alles besprochen, was sich das Paar wünscht und wie der Tagesablauf am besten zu planen ist, und wann man welche Fotos am besten macht. 

Während sich die Braut fertiggemacht hat, haben sich rührende Szenen zwischen ihr und ihrer Mutter abgespielt. Die ersten Tränchen flossen und es gab sogar eine kleine Überraschung vom Bräutigam. Ähnlich gut drauf war die Hochzeitsgesellschaft vor der Kirche. Und dann erst die wunderschöne, romantische Trauung – war da überhaupt ein Fotograf zugegen? Auch bei der Feier hätten viele Gäste schwören können, dass da kein „Fremder“ war. Und wie Onkel Paul auf der Tanzfläche abgegangen ist. Die Kamera hat in diesem Moment zwar ein paar Zicken gemacht, aber die professionelle Fotografin hatte schnell ihre zweite zur Hand. Das Paarshooting war übrigens in einer halben Stunde im Kasten und fühlte sich für das Paar ganz natürlich und überhaupt nicht gestellt am, ganz im Gegenteil, sie hatten sogar richtig Spaß zusammen vor der Kamera. Trotz aufziehender Regenwolken haben die herbstlich gefärbten Blätter im Wäldchen nur so in rot, gelb und orange geleuchtet – eine einmalige Atmosphäre. Solche Fotos wünscht man sich doch für die Ewigkeit!

 

Kurz nach der Hochzeit, als sich das Brautpaar die vielen tollen Bilder ansieht, kommen beiden erneut die Tränen – die beiden haben einfach das Gefühl diesen wahrlich perfekten Tag noch einmal erleben zu dürfen. Sie haben es keine Sekunde lang bereut die professionelle Fotografin den Angeboten für die Übernahme der Fotos aus dem Freundeskreis vorgezogen zu haben. So konnten alle ganz entspannt mitfeiern und das Paar konnte sich blind darauf verlassen, dass die Bilder wunderschön werden sollten. Sie wurden nicht enttäuscht!

 

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Elena Wagner

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